„Spiel um Platz 3. Kaum noch Platz am Spielrand.“
„Jannis Schmitt – Torschützenkönig der EM – mit 19 Toren.“
„technische Probleme am Motorrad von Tim Müller“
Finaltag – Deutschland verteidigt beide Titel
+++ Pressemitteilung +++
Ein Riesenerfolg für beide deutschen Mannschaften
Ein großes Lob geht zunächst an den Veranstalter, der trotz der anfänglich widrigen Wetterbedingungen ein hervorragendes Turnier auf die Beine gestellt hat. Zum Glück blieb es an den beiden Finaltagen trocken, sodass der Platz zumindest teilweise abtrocknen konnte. Für alle Helfer muss es ein unbeschreibliches Gefühl gewesen sein, als sich das Motodrom bis auf den letzten Platz füllte. Schätzungsweise 3.000 bis 3.500 motorsportbegeisterte Zuschauer fanden den Weg zur Finalrunde.
Doch bevor wir zu den Endspielen kommen, möchten wir noch einige Eindrücke aus Litauen schildern.
Ein paar Fun-Facts
Noch nie haben wir so viele Störche gesehen wie in Litauen. Gefühlt gab es in jedem Ort mehrere Storchennester – und nahezu alle waren belegt. Selbst über dem Motodrom kreisten immer wieder Weißstörche. Auch auf den unzähligen Wiesen und Weiden waren die imposanten Tiere allgegenwärtig.
Nicht ohne Grund wurde der Weißstorch bereits 1973 zum Nationalvogel Litauens erklärt. Schätzungsweise 20.000 bis 22.000 Brutpaare leben im Land. Besonders in ländlichen Regionen nisten sie auf Strommasten, Hausdächern oder alten Bäumen. Ein besonderer Hotspot befindet sich im Rambynas-Regionalpark, wo die Tiere sogar in Kiefern brüten – ein eher ungewöhnliches Verhalten. Insgesamt leben rund 50.000 Weißstörche in Litauen.
So beeindruckend die Storchenpopulation war, so beeindruckend waren auch die Finalspiele. Die Stimmung im Motodrom war überragend. Die Tribünen waren bis auf den letzten Platz gefüllt und selbst rund um das Spielfeld war kaum noch ein freier Platz zum Zuschauen zu finden. Nach unserer Schätzung waren bis zu 3.500 Zuschauer vor Ort. Die offizielle Besucherzahl werden wir nachreichen, sobald sie veröffentlicht wurde.
Nun aber zu den Finalspielen.
Litauen – Niederlande 5:3
Überraschenderweise gingen die Niederländer früh mit 1:0 in Führung. Miel Looijmanns erzielte den ersten Treffer der Partie. Die Litauer wirkten zu Beginn merklich nervös – vermutlich hatten sie nicht mit einer derart beeindruckenden Zuschauerkulisse gerechnet.
Verwundert rieben sich viele Fans die Augen, als Oranje den Vorsprung mit einem Doppelschlag ausbaute. Das 2:0 fiel in Überzahl, nachdem sich Paulius Zasytis eine Grüne Karte eingehandelt hatte. Das 3:0 von Miel Looijmanns war schließlich ein sehenswertes Freistoßtor und zugleich ein lupenreiner Hattrick.
Im zweiten Viertel fanden die Litauer besser ins Spiel und erzielten durch Gabrielius Pazdradis den Anschlusstreffer. Nur zwei Minuten später verkürzte Lukas Simkus mit einem direkt verwandelten Freistoß auf 2:3 – gleichzeitig der Halbzeitstand.
Angefeuert von den zahlreichen Fans rollte im dritten Viertel Angriff um Angriff auf das niederländische Tor. Die Gastgeber drehten schließlich die Partie. Lukas Simkus und Paulius Zasytis trafen für Litauen und ließen die Tribünen erneut beben.
Im Schlussviertel konnten die Niederländer nicht mehr viel entgegensetzen. Paulius Zasytis erhöhte auf 5:3 und sicherte Litauen damit den dritten Platz bei der Motoball-Europameisterschaft 2026.
U18: Litauen – Deutschland 2:3 n. V.
Hier bahnte sich eine kleine Sensation an. Bereits in der Vorrunde trennten sich Litauen und Deutschland mit 4:3 beziehungsweise 5:5. Beide Begegnungen waren bis zur letzten Minute spannend. Auch das Finale entwickelte sich zu einem echten Krimi.
Im ersten Viertel kämpften beide Mannschaften um jeden Zentimeter und jeden Ball, Tore wollten jedoch noch nicht fallen. Angetrieben von den heimischen Fans erwischten die Litauer den besseren Start ins zweite Viertel. In der 24. Minute brachte Deivydas Ziubrys sein Team mit 1:0 in Führung und das Motodrom stand Kopf. Mit diesem Spielstand ging es in die Halbzeitpause.
Deutschland blieb jedoch dran und erzielte im dritten Viertel durch Brian Weiß den Ausgleich. Kurz darauf musste Theo Schwan nach einer Grünen Karte vom Feld. Die daraus resultierende Überzahl nutzten die Litauer konsequent. Kipras Medivd stellte den alten Vorsprung wieder her und erzielte das 2:1.
Im Schlussviertel verteidigte Litauen leidenschaftlich, während Deutschland alles nach vorne warf. Roman Betke gelang schließlich in der 53. Minute der verdiente Ausgleich zum 2:2. Wenig später hatte Brian Weiß sogar die große Chance auf den Siegtreffer, doch Litauens Torhüter Emilis Girdenis reagierte glänzend. Damit musste die Partie in die Verlängerung.
Verlängerungen sind im Motoball eine absolute Seltenheit und unterstreichen, wie ausgeglichen diese Begegnung war. Im weiteren Spielverlauf erhielt Emilis Girdenis eine Grüne Karte. Die daraus resultierende Überzahl nutzte Brian Weiß eiskalt und erzielte den viel umjubelten Siegtreffer für Deutschland.
Auch in den verbleibenden Minuten schenkten sich beide Mannschaften nichts. Beide Teams kassierten jeweils noch eine Grüne Karte. Deutschlands Torhüter Bastian Pütz hielt seine Mannschaft mit mehreren starken Paraden auf Kurs. Mit dem Schlusspfiff fiel der gesamten deutschen Mannschaft die Anspannung sichtbar von den Schultern. Der Jubel über den Europameistertitel kannte keine Grenzen.
Frankreich – Deutschland 1:3
Das Finale der Senioren hielt genau das, was sich alle Fans erhofft hatten – einen echten Krimi.
Jannis Schmitt brachte Deutschland früh mit 1:0 in Führung. Frankreich drängte auf den Ausgleich, biss sich jedoch immer wieder an der hervorragend organisierten deutschen Defensive die Zähne aus. Selbst eine Grüne Karte gegen Jannis Schmitt konnten die Franzosen nicht nutzen.
Auch im zweiten Viertel entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch. Schließlich war es Jean-Baptiste Guillot, der den Ausgleich zum 1:1 erzielte. Deutschland ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und spielte weiterhin konsequent nach vorne. Mit dem Unentschieden ging es in die Halbzeit.
In der 46. Minute war es Justin Tichatschek, der die deutschen Fans erlöste und zum 2:1 traf. Wenig später sah Jannis Schmitt seine zweite Grüne Karte, wodurch viele deutsche Anhänger den Atem anhielten. Doch erneut gelang es Frankreich nicht, die Überzahl in einen Treffer umzuwandeln. Stattdessen sorgte Jannis Schmitt nach seiner Rückkehr mit einem wuchtigen Lattenschuss noch einmal für Aufsehen.
Das Schlussviertel wurde zunehmend hitziger. Gleich zu Beginn erhielt Jean-Baptiste Guillot eine Grüne Karte. Diese Einladung nahmen die Deutschen dankend an. Timm Anselm erhöhte in Überzahl auf 3:1 und brachte Deutschland damit endgültig auf die Siegerstraße.
In der Schlussphase wurde die Partie ruppiger. Jannis Schmitt und Justin Tichatschek wurden mehrfach hart attackiert. Folgerichtig sahen Jean-Baptiste Guillot und Baptiste Guyot jeweils eine Grüne Karte, Gaëtan Colfort zusätzlich eine Gelbe Karte. Den daraus resultierenden Strafstoß setzte Jannis Schmitt mit voller Wucht auf das Tor. Frankreichs Schlussmann Jean-Marc Landrelle lenkte den Ball gerade noch an die Latte. Ein kollektives Raunen ging durch das Motodrom.
Am Ende änderte dies jedoch nichts mehr am Ergebnis. Auch die deutschen Senioren verteidigten ihren Europameistertitel eindrucksvoll und krönten sich erneut zum Motoball-Europameister.
Fazit des Tages
Drei hochspannende Finalspiele gingen zu Ende. Deutschland verlässt die Motoball-Europameisterschaft 2026 mit zwei Titeln und konnte sowohl bei den Senioren als auch in der U18 den Europameistertitel erfolgreich verteidigen.
Die litauische U18 stand dabei kurz vor einer kleinen Sensation und war nur wenige Minuten vom ersten Europameistertitel entfernt. Auch die Senioren des Gastgebers wussten zu überzeugen und sicherten sich mit einem verdienten 5:3 Erfolg gegen die Niederlande den dritten Platz.
Für Litauen war diese Europameisterschaft in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Nach den schwierigen Wetterbedingungen zu Beginn des Turniers meinte es der Wettergott ausgerechnet an den Finaltagen gut mit dem Gastgeber. Der Regen hatte aufgehört, der Platz konnte abtrocknen und die zahlreichen Zuschauer sorgten für eine beeindruckende Atmosphäre.
Auch die Organisation ließ während der gesamten Europameisterschaft keine Wünsche offen. Die Versorgung der Teams und Besucher war jederzeit hervorragend organisiert. Ein besonderes Lob verdient Julis Jonkus, der gefühlt überall gleichzeitig im Einsatz war. Trotz seiner Handverletzung, die er sich im Spiel zu zog, ließ er es sich nicht nehmen, auch die Finalspiele persönlich zu moderieren. Für diesen außergewöhnlichen Einsatz ziehen wir den Hut – vielen Dank!
Zum Abschluss möchten wir all den Menschen unseren herzlichen Dank aussprechen, die maßgeblich zum Gelingen dieser Titelverteidigung beigetragen haben.
Unser besonderer Dank gilt den Trainern Robin Faisz und Frank Sauter. Mit großem Einsatz, viel Fachwissen und unermüdlichem Engagement habt ihr die Mannschaft auf und neben dem Platz begleitet und entscheidend zum Erfolg des Teams beigetragen.
Ein ebenso großes Dankeschön geht an unsere Mechaniker. Stefan Pfumfel und Sascha Rösch bei den Senioren sowie Christian Kohm und Michael Weiß sorgten mit unzähligen Arbeitsstunden dafür, dass die Motorräder jederzeit einsatzbereit waren. Ihr habt jede Herausforderung gemeistert und den Fahrern den Rücken freigehalten.
Hinter den Kulissen warteten ebenfalls wahre Teamplayer auf ihren Einsatz. Jenny Wollbert und Diana Anselm kümmerten sich mit viel Organisationstalent darum, dass im Hintergrund alles reibungslos funktionierte. Eure Unterstützung war für das gesamte Team von unschätzbarem Wert.
Ein herzliches Dankeschön geht außerdem an unsere Mentaltrainerin Kerstin Kuklok. Mit ihrer ruhigen, motivierenden Art und ihren wertvollen Impulsen hat sie das Team in entscheidenden Momenten unterstützt und gestärkt.
Abschließend möchten wir auch den Schiedsrichtern Kevin Friedrich, Torsten Wochatz, Lars Nitsche und Raffaele Liciardi unseren Respekt aussprechen. Mit ihrer souveränen und fairen Spielleitung haben sie ihren Teil zu einer gelungenen Europameisterschaft beigetragen.
Vielen Dank an euch alle – ohne euren Einsatz, eure Leidenschaft und euren Teamgeist wäre eine Europameisterschaft in dieser Form nicht möglich gewesen.
Offizielle Webseite vom ortsansässigen Klub: www.skuodomotobolas.lt
Der Link zur Übertragung: https://www.youtube.com/@skuodomotoboloklubasbartuva
Der Link zum U18 Finale: www.youtube.com
Der Link zum U18 Finale: Youtube
Bericht von: Kupplung & Klatsch: (www.motoball-halle.de) ©
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